"Geschichte im Großen und Ganzen"
In meiner langen archivarischen Tätigkeit war ich auf vielfältige Weise mit Historie in statu nascendi befasst: Aus Archivalien entstanden Geschichten. Nachdem ich während meiner Berufstätigkeit mit Themen rund ums Archiv ausgelastet war (siehe hierzu unter Archivtheorie), verändere ich derzeit mein Gesichtsfeld, so dass der Begriff der Geschichte in den Blick rückt.
Was ist Geschichte? Wie verläuft sie und hat sie irgendeinen Sinn? Können wir aus ihr lernen? Fragen wie diese sind mir in meinem Berufsleben in zahlreichen Gesprächen mit interessierten Menschen immer wieder begegnet. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung interessieren mich weniger Debatten im Elfenbeinturm als elementare Überlegungen, wie sie viele Menschen anstellen. Denn es ist eine Besonderheit des historischen Denkens wie auch der praktischen "Arbeit an der Geschichte", dass sie oft bei Vorstellungen über Geschichte, im Großen und Ganzen betrachtet, ihren Ausgang nehmen.
Wohin mich diese Themenlage führen wird, ist noch nicht abzusehen.
Hinweis:
Eine kleine Online-Publikation widmet sich einem meiner Lehrer, dem früh verstorbenen Historiker Karl-Georg Faber (1925–1982), der 1971 eine viel beachtete Theorie der Geschichtswissenschaft vorgelegt hat, aus Anlass des 100. Jahrestags seiner Geburt. Sie findet sich hier im Blog "Geschichtstheorie am Werk".