Vita
Herkunft
In Moers am Niederrhein 1956 geboren, wuchs ich in Ledde bei Tecklenburg auf (im Norden von Nordrhein-Westfalen). Meine Eltern stammen aus Weimar in Thüringen. Ich besuchte den neusprachlichen Zug des Graf-Adolf-Gymnasiums in Tecklenburg und bestand dort 1975 das Abitur.
Vom Geschichtsstudium bis zur archivarischen Ausbildung
Nach einem Krankenhauspraktikum in Bethel und einem Semester in Hamburg studierte ich Geschichte, Mathematik und Philosophie in Münster. Von 1979 bis 1982 war ich studentischer Mitarbeiter bei dem leider früh verstorbenen Karl-Georg Faber am Lehrstuhl für Geschichte der frühen Neuzeit. 1983 schloss ich das Erste Staatsexamen ab.
Von 1983 bis 1985 leistete ich Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz in Münster.
Danach promovierte ich in Neuerer Geschichte, was mir ein Graduiertenstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglichte. Für die Leistungen in Dissertation und Rigorosum (1988) verlieh mir die Universität Münster eine „besondere Auszeichnung“.
Die damalige Münsteraner Geisteswissenschaft beeinflusst mich bis heute. Ich besuchte Seminare und Vorlesungen u.a. bei Arnold Angenendt, Herwig Blankertz, Hans Blumenberg, Karl-Georg Faber, Karl-Ernst Jeismann, Hagen Keller, Wolfgang Orth und Joachim Wollasch; Stippvisiten führten mich nach Bielefeld zu Reinhart Koselleck.
Von 1987 bis 1989 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Didaktik der Geschichte an der Universität Gießen. Diese Tätigkeit brach ich ab, um Archivar werden zu können.
1989 trat ich eine Stelle als Referendar im damaligen Hauptstaatsarchiv Düsseldorf an. Nach der praktischen Ausbildung dort, unter der Ägide von Wilhelm Janssen, besuchte ich die Archivschule Marburg mit Stage im Bundesarchiv Koblenz. 1991 legte ich die Archivarische Staatsprüfung ab.
Berufstätigkeit als Archivar
Anschließend wurde ich Leiter des – erst noch aufzubauenden – Archivs an der Universität der Künste in Berlin (bis 2001: Hochschule der Künste). Zu den umfangreichen Beständen an Schriftgut des 19. und 20. Jahrhunderts, die ich erstmals sichtete, gehörte u.a. das Archiv der Berliner Hochschule für Musik (1869-1975); im Zuge der archivarischen Aufarbeitung befasste ich mich mit ihm auch historisch.
Aufgrund struktureller Veränderungen wurde mir 2001 zusätzlich die Verantwortung für die historische Bildsammlung (Sammlung für Grafik und Fotografie) anvertraut. Sie geht bis auf die Anfänge der 1696 eingerichteten brandenburgisch-preußischen Akademie der Künste zurück.
Von 1999 an leitete ich – gemeinsam mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern aus der Wissenschaft und aus Museen – durchgängig Drittmittel-Projekte (darunter waren fünf von der DFG und eines vom BMBF bewilligt). In diesen Vorhaben ging es nicht zuletzt um die Erschließung von Nachlässen und Sammlungen auf dem Gebiet der Musik (u.a. Nachlässe der Geiger Joseph Joachim und Max Rostal), der Architektur (u.a. Nachlass des Gartenarchitekten Gottfried Kühn und Archiv des Architekten und Stadtplaners Hardt-Waltherr Hämer) sowie der Fotografie (fotografische Lehrsammlung aus der Zeit von 1850 bis 1930, Sammlung Karl Blossfeldt).
Meine Tätigkeit war auch nach ,außen‘ gerichtet. So gab ich archivnahe Publikationen heraus (u.a. Schriften aus dem Archiv der Universität der Künste Berlin, 21 Bde., 1993–2024), kuratierte Ausstellungen (u.a. Richard Strauss im kaiserlichen Berlin im Musikinstrumenten-Museum Berlin, 2001) und stellte mich für Gebäude- und Stadtführungen zur Verfügung.
Der in Berlin übernommenen archivarischen Aufgabe blieb ich mein Berufsleben lang treu. Von 2021 an erklärte ich mich dreimal bereit, meine Dienstzeit über die reguläre Altersgrenze hinaus um je ein Jahr zu verlängern. Meine Tätigkeit als Archivar endete 2024.
Näheres zu meiner archivarischen Berufstätigkeit findet sich hier.
Schriftstellerische Tätigkeit
In Verbindung mit der archivarischen Praxis entstanden zahlreiche Schriften zur Archivtheorie und Archivgeschichte, zur Musikgeschichte, vornehmlich in Berlin, und zu weiteren Themen.
Einige archivwissenschaftliche und musikgeschichtliche Texte von mir sind ins Englische, Französische, Polnische, Niederländische und Japanische übersetzt worden.
Ehrenamtliches Engagement
Zu meinem ehrenamtlichen Engagement gehörte die Mitarbeit in der Friedrich-Kiel-Gesellschaft e. V., deren Vorsitz ich von 2009 bis 2012 innehatte. Auch war ich in der Internationalen Leo-Kestenberg-Gesellschaft e. V. aktiv; ihrem wissenschaftlichen Beirat gehöre ich bis heute an.
Derzeitige Interessen
Momentan befasse ich mich vertieft mit Grundfragen des historischen Denkens. Dieses Interesse geht bis auf meine Studienzeit zurück (siehe hierzu meinen Blog).
Außerdem schreibe ich monatlich eine hochschulgeschichtliche Kolumne im Musik-Newsletter der Universität der Künste Berlin.